Ein abgelaufener Prüftermin kann die Zulassung erschweren, zusätzliche Kosten verursachen und bei einem Unfall unangenehme Folgen haben. Ich zeige, wann ein Auto zur Hauptuntersuchung muss, was bei der Prüfung kontrolliert wird, welche Unterlagen für die Zulassung wichtig sind und wie Oldtimerbesitzer typische Fehler vermeiden.
Die wichtigsten Fakten zur HU auf einen Blick
- Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren zur Hauptuntersuchung, danach in der Regel alle zwei Jahre.
- Die runde Plakette zeigt mit Monat und Jahr, wann die nächste Prüfung fällig ist.
- Für einen Pkw bis 3,5 Tonnen kosten HU und AU zusammen 2026 meist etwa 160 bis 170 Euro.
- Nach erheblichen Mängeln bleibt höchstens ein Monat für die Nachprüfung.
- Bei mehr als zwei Monaten Überziehung wird die Untersuchung umfangreicher und etwa 20 Prozent teurer.
Wann das Auto zur Hauptuntersuchung muss
Die Hauptuntersuchung, kurz HU und umgangssprachlich oft „TÜV“ genannt, prüft, ob ein Fahrzeug verkehrssicher, vorschriftsmäßig und umweltverträglich ist. Zuständig sind unter anderem TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS. Die Untersuchung ist gesetzlich vorgeschrieben und betrifft nicht nur moderne Pkw, sondern auch restaurierte Fahrzeuge mit H-Kennzeichen.
| Fahrzeug | Erste HU | Weitere Untersuchungen |
|---|---|---|
| Neuer Pkw | Nach 36 Monaten | Alle 24 Monate |
| Motorrad | Nach 24 Monaten | Alle 24 Monate |
| Wohnmobil bis 3,5 Tonnen | Nach 36 Monaten | Alle 24 Monate |
| Schweres Wohnmobil über 7,5 Tonnen | Nach 12 Monaten | Jährlich |
| Ungebremster Anhänger | Nach 36 Monaten | Alle 24 Monate |
Bei einem Elektroauto gelten für die HU dieselben Grundfristen wie bei einem Verbrenner. Die Abgasuntersuchung entfällt zwar, die technische Hauptuntersuchung bleibt aber bestehen. Auch ein H-Kennzeichen befreit nicht von der regelmäßigen HU. Das H-Gutachten für historische Fahrzeuge ist ein separates Verfahren und ersetzt die wiederkehrende Prüfung nicht.
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Die Plakette richtig lesen
Auf der runden Plakette am hinteren Kennzeichen steht die Zahl in der Mitte für das Jahr. Die Zahl am oberen Rand zeigt den Monat. Steht dort beispielsweise „9“ und in der Mitte „26“, muss das Fahrzeug im September 2026 geprüft werden. Der Termin läuft erst am Ende dieses Monats ab.
Zusätzlich finden sich die Frist und der nächste Prüftermin in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ich verlasse mich bei älteren Fahrzeugen lieber auf beide Angaben, denn eine verblasste oder beschädigte Plakette ist schnell falsch gelesen.
Was bei der Prüfung kontrolliert wird
Die HU ist keine Inspektion und kein umfassender Wartungsservice. Der Prüfer repariert das Fahrzeug nicht, sondern bewertet seinen Zustand anhand zahlreicher sicherheitsrelevanter Punkte. Die Untersuchung von HU und AU dauert bei einem unauffälligen Pkw meist 30 bis 45 Minuten.
Kontrolliert werden unter anderem Bremsanlage, Lenkung, Fahrwerk, Reifen, Beleuchtung, Scheiben, Spiegel, Sicherheitsgurte, Karosserie, Abgasanlage und elektronische Sicherheitssysteme. Auch Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten können eine Rolle spielen. Bei einem Oldtimer achten die Prüfer besonders auf Korrosion an tragenden Teilen, Bremswirkung, Beleuchtung und unzulässige Umbauten.
Die AU ist seit 2010 grundsätzlich Bestandteil der HU. Sie kann bei einer anerkannten Werkstatt separat durchgeführt werden, darf zum Zeitpunkt der Hauptuntersuchung aber in der Regel höchstens einen Monat zurückliegen. Bei einem historischen Fahrzeug mit Vergaser oder älterer Abgastechnik gelten je nach Erstzulassung besondere technische Voraussetzungen.

So bereite ich das Auto sinnvoll auf die HU vor
Viele Durchfaller entstehen nicht wegen eines großen technischen Problems, sondern wegen kleiner, leicht vermeidbarer Mängel. Vor dem Termin prüfe ich deshalb zuerst die Dinge, die ohne Hebebühne sichtbar und funktionierbar sind.
- Alle Scheinwerfer, Blinker, Bremsleuchten und die Kennzeichenbeleuchtung testen.
- Reifen auf ausreichendes Profil, Schäden und korrekten Luftdruck prüfen.
- Scheiben, Spiegel, Wischerblätter und die Hupe kontrollieren.
- Bremsflüssigkeit, Öl, Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit ansehen.
- Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste vollständig im Fahrzeug mitführen.
- Lose Teile, sichtbare Ölverluste und beschädigte Abdeckungen vorab reparieren lassen.
Bei einem restaurierten Auto gehe ich weiter. Ich nehme ABE, Teilegutachten, Eintragungen und Nachweise zu Umbauten mit. Andere Räder, eine Tieferlegung, ein moderner Motor oder eine geänderte Auspuffanlage können technisch gut gemacht sein und trotzdem Probleme bereiten, wenn die Genehmigung fehlt.
Eine kurze Vorabkontrolle in einer Werkstatt ist besonders bei älteren Fahrzeugen sinnvoll. Sie kostet zwar zusätzlich, kann aber eine zweite Prüfgebühr und unnötige Reparaturentscheidungen vermeiden. Eine Werkstatt kann beispielsweise Bremswerte oder Korrosion besser beurteilen als ein Blick auf dem Parkplatz.
Was die HU mit der Zulassung zu tun hat
Für die Zulassung, Ummeldung oder Wiederzulassung eines Gebrauchtwagens braucht das Fahrzeug normalerweise eine gültige Hauptuntersuchung. Die Zulassungsstelle kann den Prüfbericht elektronisch abrufen, verlangt bei Importfahrzeugen, älteren Fahrzeugen oder unklaren Daten aber häufig den Originalbericht.
Für einen typischen Zulassungsvorgang gehören je nach Fall meist folgende Unterlagen dazu:
- Personalausweis oder Reisepass
- Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II
- elektronische Versicherungsbestätigung, kurz eVB
- SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
- gültiger HU-Bericht, falls die Daten nicht eindeutig vorliegen
- bei Importen zusätzliche Fahrzeug- und Zollunterlagen
Ist die HU abgelaufen, wird die Zulassung in der Regel erst nach einer bestandenen Untersuchung möglich. Für die Fahrt zur Prüfstelle gelten nur enge Voraussetzungen. Ich würde mich deshalb vorab bei der örtlichen Zulassungsbehörde oder der Prüfstelle erkundigen, statt mit einem nicht zugelassenen oder nicht versicherten Fahrzeug einfach loszufahren.
Seit Ende 2025 kann der HU-Bericht zusätzlich digital bereitgestellt werden. Die Papierfassung sollte trotzdem aufbewahrt werden, besonders wenn das Fahrzeug verkauft, importiert oder später bei einer anderen Behörde zugelassen werden soll.
Was bei Mängeln und einer Nachprüfung passiert
Das Ergebnis wird nach Schwere der Mängel eingestuft. Geringe Mängel führen normalerweise noch zum Bestehen, müssen aber zeitnah behoben werden. Bei erheblichen Mängeln gibt es keine neue Plakette. Das Auto muss repariert und innerhalb von einem Monat zur Nachprüfung vorgeführt werden.
| Ergebnis | Folge |
|---|---|
| Ohne festgestellte Mängel | Neue Prüfplakette wird erteilt |
| Geringe Mängel | HU kann bestanden werden, Reparatur zeitnah erledigen |
| Erhebliche Mängel | Reparatur und Nachprüfung innerhalb eines Monats |
| Gefährliche Mängel | Keine Plakette, Fahrzeug nur eingeschränkt oder nicht mehr nutzen |
| Verkehrsunsicher | Plakette kann entfernt werden, Teilnahme am Straßenverkehr verboten |
Bei der Nachprüfung werden die beanstandeten Punkte kontrolliert. Die Prüfstelle kann die Plakette erst erteilen, wenn alle relevanten Mängel beseitigt sind. Verstreicht die Monatsfrist, wird normalerweise eine vollständige neue HU notwendig. Die Nachprüfung kostet je nach Prüforganisation und Umfang häufig ungefähr 30 Euro.
Welche Kosten entstehen und was bei Überziehung droht
Die Gebühren unterscheiden sich nach Fahrzeugart, Region und Prüforganisation. Für einen Pkw bis 3,5 Tonnen liegen HU und AU im Jahr 2026 im Durchschnitt bei etwa 160 bis 170 Euro. Ein Elektroauto ist bei der reinen HU nicht automatisch günstiger, auch wenn keine Abgasuntersuchung anfällt.
| Leistung | Orientierungswert |
|---|---|
| HU und AU für Pkw bis 3,5 Tonnen | Etwa 160 bis 170 Euro |
| Nachprüfung | Meist ungefähr 30 Euro |
| HU für Motorrad mit AU | Etwa 90 Euro |
| Änderungsabnahme bei Umbauten | Oft 50 bis 80 Euro, je nach Aufwand |
| HU mehr als zwei Monate überzogen | Zusätzlich etwa 20 Prozent Prüfgebühr |
Eine verspätete HU wird nicht einfach folgenlos nachgeholt. Bei einer Kontrolle können ab mehr als zwei Monaten Überziehung 15 Euro, ab mehr als vier Monaten 25 Euro und ab mehr als acht Monaten 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig werden. Die genaue Sanktion hängt vom Fahrzeug und der Dauer der Überschreitung ab.
Die Haftpflichtversicherung bleibt bei einem Unfall grundsätzlich leistungsfähig. Führt jedoch ein Mangel, der bei der HU hätte auffallen müssen, zum Unfall, kann der Versicherer unter Umständen Regress fordern. Gerade bei einem frisch restaurierten Oldtimer würde ich deshalb nicht bis zum letzten Tag warten, sondern einige Wochen Puffer einplanen.
So bleibt die nächste Prüfung bei einem Oldtimer planbar
Bei historischen Fahrzeugen entscheidet nicht allein der glänzende Lack über den Erfolg. Eine saubere Restaurierung hilft, ersetzt aber keine Prüfung von Bremsen, Beleuchtung, Fahrwerk und Unterboden. Besonders kritisch sind Umbauten, die zwar zeitgenössisch aussehen, aber nicht dokumentiert oder genehmigt sind.
Mein praktischer Rhythmus ist einfach. Zwei bis drei Monate vor dem Termin kontrolliere ich Beleuchtung, Reifen und Flüssigkeiten selbst. Danach folgt bei Bedarf ein Werkstattcheck, und spätestens einige Wochen vor Ablauf der Plakette wird die HU gebucht. So bleibt genug Zeit für Ersatzteile, Nachweise oder eine mögliche Nachprüfung.
Wer diese Frist im Blick behält, die Zulassungsunterlagen vollständig aufbewahrt und Änderungen am Fahrzeug sauber dokumentiert, reduziert den Aufwand deutlich. Die Hauptuntersuchung wird dann nicht zum überraschenden Hindernis für die Zulassung, sondern zu einem verlässlichen Sicherheitscheck für viele weitere Jahre auf der Straße.