Eine kleine runde Plakette am hinteren Kennzeichen entscheidet darüber, wann das Fahrzeug wieder zur Hauptuntersuchung muss. Ich zeige, wie sich Monat, Jahr und Farbe richtig lesen lassen, wann die Frist endet, welche Folgen eine Überziehung hat und worauf Besitzer von Oldtimern oder Saisonfahrzeugen achten sollten.
Die wichtigsten Angaben auf einen Blick
- Monat: Die Zahl oben zeigt den Fälligkeitsmonat der nächsten HU.
- Jahr: Die zweistellige Zahl in der Mitte bezeichnet das Fälligkeitsjahr.
- Gültigkeit: Die HU gilt bis zum letzten Tag des angegebenen Monats.
- Überziehung: Ab mehr als zwei Monaten wird die Untersuchung in der Regel 20 Prozent teurer.
- 2026: Fahrzeuge mit HU-Termin im Jahr 2026 tragen eine blaue Plakette.

So liest du die HU-Plakette richtig
Die HU-Plakette sitzt auf dem hinteren amtlichen Kennzeichen. In ihrer Mitte steht eine zweistellige Jahreszahl, am äußeren Rand befinden sich die Monate von 1 bis 12. Die Zahl ganz oben entspricht dem Monat, in dem das Fahrzeug spätestens zur nächsten Hauptuntersuchung vorgeführt werden muss.
Steht beispielsweise die 9 oben und in der Mitte die Zahl 26, ist die HU im September 2026 fällig. Der schwarze Balken beziehungsweise das schwarze Segment hilft beim schnellen Ablesen aus größerer Entfernung. Ich verlasse mich trotzdem immer auf die Zahlen, denn eine verschmutzte oder verblasste Plakette kann optisch leicht täuschen.
| Angabe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Zahl oben | Fälligkeitsmonat | 9 = September |
| Zahl in der Mitte | Fälligkeitsjahr | 26 = 2026 |
| Farbe | Schnelle Orientierung zum Jahr | Blau = 2026 |
| Schwarze Markierung | Optische Anzeige des Monats | Zeigt auf den September |
Die Farbe ist nur eine zusätzliche Orientierung. Entscheidend bleiben Monat und Jahr. Die gesetzlichen Vorgaben zur Prüfplakette finden sich in der Anlage IX zur StVZO.
Wie lange gilt die Plakette
Eine Plakette mit der Angabe 09/2026 ist bis einschließlich 30. September 2026 gültig. Ab dem 1. Oktober ist der Vorführtermin überschritten. Eine zusätzliche Karenzzeit gibt es nicht, auch wenn sich im Alltag oft die falsche Aussage hält, man dürfe grundsätzlich noch einen Monat warten.
Für normale Pkw gilt die HU meist alle 24 Monate. Bei einem Neuwagen steht die erste Untersuchung in der Regel nach 36 Monaten an, danach folgt der zweijährige Rhythmus. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei bestimmten Wohnmobilen über 3,5 Tonnen, Taxis, Mietfahrzeugen und Fahrzeugen mit vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen.
Die Plakette bestätigt außerdem nicht, dass das Auto bis zum nächsten Termin garantiert mängelfrei bleibt. Sie dokumentiert lediglich, dass das Fahrzeug am Tag der Untersuchung die gesetzlichen Anforderungen erfüllt hat. Gerade bei älteren Autos ist deshalb eine regelmäßige Kontrolle von Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Roststellen sinnvoll.
Was bei einer überzogenen HU wirklich passiert
Wer den Termin verpasst, sollte die Untersuchung möglichst schnell nachholen. Rechtlich ist die Frist bereits nach Ablauf des angegebenen Monats überschritten. Für normale Pkw greifen die gestaffelten Regelsätze des Bußgeldkatalogs allerdings erst bei einer Überziehung von mehr als zwei Monaten.
| Überziehung bei Pkw | Regelsatz | Weitere Folge |
|---|---|---|
| Bis zu 2 Monate | Kein gestaffelter Regelsatz | Termin trotzdem überschritten |
| Mehr als 2 bis 4 Monate | 15 Euro | Keine zusätzlichen Punkte |
| Mehr als 4 bis 8 Monate | 25 Euro | Keine zusätzlichen Punkte |
| Mehr als 8 Monate | 60 Euro | 1 Punkt im Fahreignungsregister |
Ab einer Überschreitung von mehr als zwei Monaten wird außerdem eine erweiterte HU durchgeführt. Dafür fällt ein gesetzlich vorgesehener Zuschlag von 20 Prozent auf die HU-Gebühr an. Der genaue Endpreis hängt von Fahrzeugart, Prüforganisation und eventuell zusätzlich erforderlichen Untersuchungen ab.
Auch bei einem Unfall kann eine überzogene HU relevant werden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung bleibt gegenüber Unfallopfern grundsätzlich einstandspflichtig. Hat jedoch ein technischer Mangel, der bei einer rechtzeitigen Untersuchung auffallen hätte können, den Unfall mitverursacht, kann der Versicherer unter Umständen bis zu 5.000 Euro vom Versicherungsnehmer zurückfordern. Eine Kaskoversicherung kann Leistungen kürzen, wenn die Überziehung oder ein technischer Mangel für den Schaden eine Rolle spielt.
Besonderheiten bei Oldtimern und Saisonkennzeichen
Ein H-Kennzeichen befreit den Oldtimer nicht von der regelmäßigen Hauptuntersuchung. Auch ein historisches Fahrzeug muss normalerweise alle zwei Jahre zur Prüfung. Das H-Gutachten für die historische Einstufung und die wiederkehrende HU sind zwei verschiedene Dinge.
Bei einem restaurierten Klassiker schaue ich vor dem Prüftermin besonders auf Punkte, die nach längerer Standzeit Probleme machen. Dazu gehören poröse Bremsschläuche, festgehende Bremskolben, spröde Reifen, korrodierte Masseverbindungen und Flüssigkeitsverlust. Eine schöne Lackierung hilft bei der HU wenig, wenn die Bremsanlage nach der Winterpause nicht sauber arbeitet.
Bei einem Saisonkennzeichen darf die HU außerhalb des eingetragenen Betriebszeitraums fällig sein. In diesem Fall muss die Untersuchung im ersten Monat der nächsten Saison erfolgen. Beginnt die Saison beispielsweise im April und endet im Oktober, wird ein im Januar fälliger Termin im April nachgeholt.
Außerhalb der Saison darf das Fahrzeug weder auf öffentlichen Straßen bewegt noch dort abgestellt werden. Für eine Fahrt zur HU gelten besondere Vorgaben, die man bei der Versicherung und der zuständigen Zulassungsstelle prüfen sollte. Ein Saisonkennzeichen verschiebt den Termin also nicht beliebig, sondern erlaubt eine gesetzlich geregelte Verschiebung bis zum Saisonbeginn.
Was vor der nächsten Hauptuntersuchung sinnvoll ist
Eine kurze Vorbereitung spart oft mehr Geld als eine nachträgliche Reparatur. Ich arbeite vor der HU eine einfache Kontrolle ab, statt mich nur auf die Werkstatt zu verlassen.
- Beleuchtung prüfen, einschließlich Bremsleuchten, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung.
- Reifen ansehen, besonders Profil, Beschädigungen, Alter und korrekten Luftdruck.
- Bremsen testen und auf Ziehen zur Seite, Vibrationen oder ungewöhnliche Geräusche achten.
- Windschutzscheibe kontrollieren, vor allem im Sichtbereich des Fahrers.
- Flüssigkeitsverluste suchen, etwa unter Motor, Getriebe oder Bremsanlage.
- Warnwesten, Warndreieck und Verbandkasten auf Vollständigkeit und Ablaufdatum prüfen.
- Bei Oldtimern zusätzlich Fahrwerk, Unterboden und tragende Roststellen kontrollieren.
Wird die HU mit erheblichen Mängeln beendet, gibt es zunächst keine neue Plakette. Die Mängel müssen behoben und das Fahrzeug innerhalb von einem Monat zur Nachprüfung vorgeführt werden. Bei geringfügigen Mängeln kann die Plakette erteilt werden, wenn ihre sofortige Beseitigung zu erwarten ist. Darauf würde ich mich bei einem sicherheitsrelevanten Problem allerdings niemals verlassen.
Eine beschädigte, unleserliche oder falsch angebrachte Plakette sollte man nicht selbst ersetzen. Zuständig sind die Zulassungsbehörde oder eine berechtigte Prüforganisation. Der HU-Bericht und die Zulassungsbescheinigung Teil I helfen dabei, den korrekten Termin nachzuweisen.
Vor der nächsten Ausfahrt reicht ein Blick nach hinten
Die wichtigste Routine ist denkbar einfach. Ein Blick auf die Zahl oben und die Jahreszahl in der Mitte zeigt sofort, wann die nächste HU ansteht. Steht dort beispielsweise 04 und 27, muss das Fahrzeug bis Ende April 2027 geprüft sein.
Für Oldtimer lohnt es sich, den Termin frühzeitig mit Wartung und Saisonbeginn zu verbinden. So bleibt genug Zeit für Reparaturen, und die kleine HU-Plakette wird nicht zum Grund, eine geplante Ausfahrt oder ein Treffen kurzfristig abzusagen.