Ein klassischer Manta mit Elektroantrieb klingt zunächst wie ein Widerspruch. Der Opel Manta E zeigt jedoch, wie sich charakteristisches Oldtimer-Design, moderne Technik und emissionsfreies Fahren verbinden lassen. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen der spektakulären Studie, einem echten Serienmodell und einem individuell umgebauten Manta.
Der elektrische Manta verbindet Klassikergefühl mit moderner Antriebstechnik
- Studie statt Serienmodell: Der Manta GSe ElektroMOD von 2021 ist ein Einzelstück und keine regulär bestellbare Baureihe.
- 108 kW Leistung: Der Elektromotor liefert 147 PS, 255 Nm und treibt die Hinterräder an.
- Rund 200 Kilometer Reichweite: Die 31-kWh-Batterie ist für Ausfahrten gedacht, nicht für lange Reisen.
- Besonderes Konzept: Vierganggetriebe, Pixel-Vizor und digitales Cockpit treffen auf die Karosserie eines Manta A.
- Umbau bleibt teuer: Für einen professionellen Elektro-Umbau sollten meist mindestens 40.000 bis 60.000 Euro zusätzlich zum Spenderfahrzeug eingeplant werden.
![]()
Was hinter dem Opel Manta GSe ElektroMOD steckt
Der elektrische Manta wurde 2021 als RestoMod vorgestellt. Dieser Begriff beschreibt einen klassischen Wagen, der äußerlich und emotional weitgehend erhalten bleibt, technisch aber umfassend modernisiert wird. Als Basis diente kein neu entwickeltes Elektro-Coupé, sondern ein Opel Manta A aus den frühen 1970er-Jahren.
Das Ergebnis ist deshalb kein Nachfolger des Manta B und auch kein aktuelles Serienfahrzeug. Opel bezeichnet das Auto selbst als Konzeptfahrzeug beziehungsweise ElektroMOD. Stand 2026 gibt es keinen regulär produzierten Manta mit Elektroantrieb, den Käufer beim Opel-Händler bestellen könnten.
Die Studie sollte zeigen, wie eine bekannte Marke mit ihrer Vergangenheit umgehen kann. Für mich liegt genau darin ihr Reiz: Opel hat den Klassiker nicht einfach mit einer modernen Karosserie nachgeahmt, sondern ein echtes historisches Fahrzeug als Ausgangspunkt genommen.
Welche Technik der Elektro-Manta tatsächlich bietet
Unter der schwarzen Motorhaube sitzt kein Vierzylinder mehr, sondern ein elektrischer Antrieb. Trotzdem blieb Opel bei einigen klassischen Lösungen, damit sich der Wagen nicht wie ein beliebiges Elektroauto fährt. Die Kraft gelangt weiterhin an die Hinterräder, und das originale Vierganggetriebe kann genutzt werden.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor mit Hinterradantrieb |
| Leistung | 108 kW beziehungsweise 147 PS |
| Drehmoment | 255 Nm aus dem Stand |
| Batterie | Lithium-Ionen-Akku mit 31 kWh |
| Reichweite | rund 200 Kilometer, nicht als aktuelle WLTP-Reichweite zertifiziert |
| Getriebe | Viergang-Schaltgetriebe mit zuschaltbarem Automatikmodus |
| Fahrzeuggewicht | etwa 1.137 Kilogramm |
Die oft genannte Reichweite von rund 200 Kilometern ist bei diesem Einzelstück eher als Orientierungswert zu verstehen. Opel weist für das Konzept keine verbindlichen Verbrauchs- und Emissionswerte nach aktuellem Serienstandard aus. Wetter, Fahrweise, Reifengröße und Batteriezustand würden die tatsächlich erreichbare Strecke deutlich beeinflussen.
Im Vergleich zum damaligen Manta GT/E ist die Leistung nicht dramatisch höher, das Fahrerlebnis aber spürbar anders. Das maximale Drehmoment liegt beim Elektroantrieb sofort an. Genau das macht den Wagen beim Anfahren lebendig, während das geringe Batteriegewicht den Charakter eines handlichen klassischen Coupés teilweise bewahrt.
Warum Design und Bedienung mehr als reine Nostalgie sind
Optisch bleibt die Grundform des Manta A klar erkennbar. Die gelb-schwarze Lackierung, die runden Proportionen und die markante Front erinnern an das Original, während LED-Leuchten und der Pixel-Vizor eine moderne Ebene hinzufügen. Der Bildschirm an der Front ersetzt den klassischen Kühlergrill und kann sogar kurze Nachrichten anzeigen.
Im Innenraum setzt Opel auf ein vollständig digitales Cockpit mit zwei breiten Bildschirmen. Sportsitze, gelbe Akzente und ein reduziertes Armaturenbrett verbinden sich mit der alten Karosserie. Das wirkt nicht überall vollkommen originalgetreu, passt aber zur Idee eines ElektroMODs, der ausdrücklich modern und nicht museal sein will.
Besonders interessant finde ich die Entscheidung, das Vierganggetriebe beizubehalten. Technisch wäre ein einstufiger Elektroantrieb einfacher gewesen. Das Schaltgetriebe bringt jedoch eine mechanische Handlung zurück, die viele klassische Autofahrer vermissen. Wer maximalen Komfort erwartet, kann den Automatikmodus wählen, wer mehr Nähe zur Technik sucht, schaltet selbst.
Der Manta GSe ElektroMOD ist damit kein Versuch, einen Oldtimer unsichtbar zu elektrifizieren. Er zeigt die Veränderung offen. Die Modernisierung wird Teil des Designs, statt sich hinter einer vermeintlich originalen Optik zu verstecken.
Wie ein eigener Manta auf Elektroantrieb umgerüstet wird
Wer selbst einen elektrischen Manta aufbauen möchte, sollte nicht mit dem Motor beginnen. Der wichtigste Schritt ist die Auswahl einer gesunden Karosserie. Rost an Schweller, Längsträgern, Federaufnahmen und Bodenblechen wird durch die Umbauarbeiten nicht besser und kann die Kosten schnell verdoppeln.
- Spenderfahrzeug prüfen: Karosserie, Fahrwerk, Bremsanlage und Fahrzeugpapiere müssen gründlich dokumentiert werden.
- Technisches Konzept erstellen: Leistung, Batteriegröße, Gewichtsverteilung und die Frage nach dem Erhalt des Getriebes werden vor dem Kauf der Komponenten festgelegt.
- Hochvoltsystem integrieren: Akku, Elektromotor, Ladegerät, Batteriemanagement und Sicherheitsabschaltungen müssen fachgerecht eingebaut werden.
- Fahrwerk und Bremsen anpassen: Das zusätzliche Batteriegewicht und die veränderte Leistungsabgabe können eine Überarbeitung dieser Bauteile erfordern.
- Abnahme vorplanen: TÜV oder DEKRA sollten möglichst vor dem Umbau eingebunden werden, nicht erst nach Abschluss der Arbeiten.
Für einen professionellen Umbau eines geeigneten Oldtimers sind in Deutschland grob 40.000 bis 60.000 Euro realistisch, wenn Batterie, Antrieb, Einbau und Abnahme enthalten sind. Eine aufwendige Restaurierung, größere Reichweite oder individuelle Innenausstattung kann den Gesamtbetrag auf 80.000 Euro und mehr erhöhen. Das Spenderfahrzeug ist in diesen Summen häufig noch nicht enthalten.
Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt. Durch den Elektroantrieb kann der ursprüngliche H-Status als historisches Fahrzeug verloren gehen, weil das Auto technisch nicht mehr weitgehend dem zeitgenössischen Zustand entspricht. Wer das H-Kennzeichen behalten möchte, sollte die konkrete Planung deshalb vorab mit einem Sachverständigen klären und alle ausgebauten Originalteile aufbewahren.
Was Kaufinteressierte 2026 realistisch erwarten können
Wer nach einem elektrischen Manta sucht, findet in erster Linie drei unterschiedliche Möglichkeiten. Die originale Opel-Studie ist ein nicht frei verfügbarer Markenbotschafter. Ein fertig umgebauter Manta ist selten und meist individuell aufgebaut. Die dritte Möglichkeit ist ein eigener Umbau, der deutlich mehr Planungsarbeit, Zeit und technisches Verständnis verlangt.
| Variante | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Originaler Manta | Authentisches Fahrgefühl, H-Kennzeichen möglich | Wartung, Rost und Ersatzteilsuche können aufwendig sein |
| Elektrisch umgebauter Manta | Leiser Antrieb, moderne Alltagstechnik und individuelle Ausstattung | Hohe Kosten, Einzelabnahme und möglicher Verlust des H-Kennzeichens |
| Warten auf ein Serienmodell | Keine eigene Umbauplanung notwendig | Bis 2026 ist kein Serienstart eines neuen Elektro-Manta bestätigt |
Beim Kauf eines umgebauten Fahrzeugs prüfe ich zuerst die Dokumentation und erst danach die Optik. Entscheidend sind Abnahmeunterlagen, Batterieherkunft, Ladeelektronik, Wartungsnachweise und ein plausibles Gewichtsgutachten. Ein glänzender Lack sagt wenig über die Qualität der Hochvoltinstallation aus.
Auch die Reichweite sollte zum Einsatz passen. Für Wochenendausfahrten, Treffen und kurze Pendelstrecken können 150 bis 200 Kilometer genügen. Wer mit dem Wagen regelmäßig lange Autobahnfahrten plant, wird mit der kleinen Batterie und der begrenzten Ladeinfrastruktur eines individuellen Umbaus wahrscheinlich nicht glücklich.
Was beim elektrischen Manta am Ende wirklich zählt
Der Opel Manta GSe ElektroMOD ist vor allem ein überzeugendes Einzelstück und weniger eine konkrete Kaufempfehlung. Er beweist, dass Elektromobilität nicht zwangsläufig mit austauschbarem Design verbunden sein muss, zeigt aber ebenso klar die Grenzen eines solchen Projekts.
Für Besitzer eines Manta lohnt sich der Umbau nur, wenn sie bewusst auf Originalität verzichten und ein individuelles Fahrzeug mit eigener Geschichte schaffen möchten. Wer den Klassiker möglichst unverfälscht erleben will, sollte den Verbrenner erhalten. Beide Wege sind legitim, solange die Entscheidung zu Zustand, Budget und geplanter Nutzung des Fahrzeugs passt.